Start zur Antestal Distanz: los gehts auf die 62 km Strecke *** Foto Sandra Nagler www.sandranagler.de

4. Antestal Distanz – April 2014

Was für ein toller Distanzritt!
Anne Emmerich veranstaltet in Rheinland Pfalz die Antestal Distanz : Viele Höhenmeter führen vom Nordwestpfälzer Bergland bis zum Aussichtspunkt hoch über dem Nahetal.

Von einer Freundin wurde mir der Ritt empfohlen – und zwar richtig ans Herz gelegt 😉
Zugegeben, ich habe recht lange und ausführlich überlegt, ob ich Shodan so ungewohnt früh im Jahr ein solches Streckenprofil mit den aufgezeigten Höhenmetern zumuten dürfte. Die Ausschreibung war mit T9 als Höchstzeit ausgeschrieben. Zwar blieb mein Respekt vor dem Streckenprofil, aber 62 km langsam geritten – im Zweifel bei T8 – sollte ein gut zu schaffendes Training werden.
Dann kam auch noch die Überlegungen zur langen Anfahrt. Eine sehr nette Stallkollegin bot sich als Mitfahrerin und Trosser-Unterstützung an, damit waren diese Überlegungen zur Anfahrt abgehakt.
4 Wochen zuvor hatte mir Shodan bei einem 40 km Ritt gezeigt, dass ihm mittlerweile sogar Nässe und Kälte kaum noch was ausmachen und er so früh im Jahr fit war.
Zudem war im Vorfeld bereits klar, dass wir zu Dritt auf die Strecke gehen würden. Eine Reiterin aus Luxemburg mit ihrem tollen Schimmelaraber und eine Reiterin aus Mettmann mit ihrem tollen Lewitzer. Shodan kannte den Schimmelaraber bereits von Trainingstagen in Meissenheim (Fit for Run) und einem gemeinsamen Ritt. Da beide Pferde toll im Tempo und ihrer Art zueinander passen, war die Entscheidung gefallen!
Wir fuhren zum Ritt!

Bei Ankunft wurden wir sofort freundlich begrüßt und zu den fertig eingezäunten Paddocks geführt. Luxus pur! Das war schon das erste Highlight 🙂

Monate später sitze ich hier vor dem Bildschirm und schwärme immer noch von diesem Ritt. Ich liebe „Klettern“ auf Wegen, die nicht sofort als breite „Pisten“ zu erkennen sind. Naturbelassene Wege, die als solche zum Teil nicht sofort erkennbar waren, die aber eindeutig  markiert waren. Auf den 62 km gab es auch Streckenabschnitte, die auf normalen geschotterten Waldwegen geritten wurden, auch mal einen kurzen Abschnitt quer durch ein Tal über Asphalt – aber das waren eben nur Teilstrecken.
Die Antestal Distanz war mein erster Distanzritt auf so wunderschönen Wegen! Entweder freute ich mich über die naturbelassenen Bereiche, auf denen sich die Pferde ihren Weg mehr oder weniger selber suchten oder die unfassbar tollen Aussichten! Ein echter Distanzritt Genuss!

Zu Dritt gingen wir den Ritt wirklich ganz entspannt und gemütlich an:
62 km in reiner Reitzeit von 6:48 Std und damit in Tempo 6,58 bzw. einer Durschschnittsgeschwindigkeit von 9,12 km/h.

Fazit: toll! – richtig toll!
Ein richtig tolles Gefühl auf der Strecke, ein Pferd, das immer freudig und locker an der Spitze lief und zum größten Teil die anderen beiden Pferde „gezogen“ hat, eine tolle Nachuntersuchung: die Höhenmeter hat Shodan unter die Hufe genommen, bergab bin ich viel nebenher gelaufen – ja wirklich Hochachtung vor meinem Pferd, der bisher so etwas noch nie gelaufen war und es richtig richtig gut gemeistert hatte!

Tja  – das der anstrengenste Part des Wochenendes noch vor uns lag, ahnten wir in der Siegerehrung noch nicht. Allein die liebevoll gestaltete Siegerehrung mit jeweils überreichtem Präsent, in Form einer selbst eingekochten richtig leckeren Marmelade, an alle Teilnehmer, ist eigentlich schon den Besuch der Veranstaltung wert 😉

Wir waren die langsamsten auf der 62 km Runde und mächstig stolz auf unsere Pferde!

Puh: der Weg nach Haus sollte dann ein langer Weg werden….
Um 20 Uhr hatten wir die Fahrt nach Hause begonnen. Vor der Autobahn ging es noch zum Tanken und dann nach ca 2 Stunden wollte ich die Abfahrt zu einer Raststätte nehmen. Beim Herunterschalten „versagte“ die Kupplung: schalten war nicht mehr möglich, nur noch ein ausrollen bis knapp neben die Tankstelle. Ende

Auch wenn es natürlich seine Zeit gebraucht hat, aber der ADAC war großartig! Sonntag Nacht gegen 22 Uhr ging mein „Hilferuf“ beim ADAC ein. Der erste ADAC „Mensch“ kam recht schnell, konnte uns jedoch nicht nach Hause schleppen. Naja – Sonntag Nacht ein Auto plus Pferdeanhänger mit Pferd von der Autobahn mal schlappe 300 km nach Hause zu bringen, ist auch keine ganz leichte spontane Übung 😉
Shodan war die Ruhe selber: natürlich müde aber komplett entspannt.

Und wir wurden vom ADAC aufgepickt 😉 – ein richtig netter Fahrer, mittlerweile pensionierter Mechaniker, der noch ein wenig für den ADAC fährt und in seiner Jugend auf einem Reiterhof aufgewachsen ist, hatte sich bereit erklärt, die beiden gestrandeten Menschen mit Auto und Pferd nach Hause zu bringen.
Das Auto wurde auf den ADAC Abschleppwagen hochgezogen, der Pferdeanhänger hinten angehängt und los ging es nach Hause. Montag früh kurz vor 5 Uhr in der Früh rollten wir auf den Hof!
9 Stunden nach dem Einladen war Shodan endlich zu Hause. In aller Ruhe ging er vom Hänger, begrüßte wie immer den ganzen Stall mit einem lauten Wiehern (die Stallbesitzer wurden natürlich wach! Bitte entschuldigt nochmals! Auch für mein total übermüdetes und leider zu lautes Einweisen des ADAC, wohin Hänger und Auto sollten! *ups – aber damit war klar! – wir waren GUT ANGEKOMMEN)

Das war ein wirklich langer sonntäglicher Distanzritt 😉
Und in allen Belangen galt für dieses Wochenende: ANGEKOMMEN IST GEWONNEN!

Natürlich wurde Shodan am Montag früh liegend im Offenstall beim Pferderausbringen vorgefunden. Natürlich legte er sich auch auf der Koppel hin. Aber bereits am Nachmittag wieherte er mir freudig und erwartungsvoll entgegen, ob ich ihn wieder holen würde.
Also … ich war 2 Tage mehr als müde 🙂 … und war irgendwie noch nicht mal in der Lage Shodan eine ordentlich AKTIVE Pause zu verschaffen. Aktive Pause musste er sich diesmal selber schaffen: beim Toben in der Herde hat er sich dann selber den Ausgleich geschaffen!

2015 sind wir wieder bei der Antestal Distanz dabei!
Aber diesmal ohne Autoprobleme: die Werkstatt Rechnung war dann leider etwas höher. Darauf kann ich im nächsten Jahr verzichten, aber auf den tollen Distanzritt nicht!
Im nächsten Jahr habe ich jedoch einen kleinen Fotoapparat am Pferd! Diese tolle Aussicht schreit förmlich nach Fotos!

Fazit: mein ganz besonderer Geheimtipp! Für alle, die kleine und ruhige eher etwas ursprüngliche Ritte suchen!