Shodan auf der Strecke bei der Sand Distanz 2013

2. Sand Distanz 2013

Sand Distanz: 64 km am 08.06.2013

Ein wunderbar toll organisierter Ritt, genial markiert! Ein riesiger Dank an die Veranstalter der Sand-Distanz!

Der Ritt fand am ersten schönen Wochenende (in BaWü) im Jahr 2013 statt:
Bis 8 Tage vor dem Ritt gab es hier in der Region noch (Stark-)Regen (im Schwarzwald noch Schnee!!!) mit kaltem eisigen Wind und Hochwasser! Der plötzliche Wetterumschwung brachte dann schwül warme 27 Grad zur Sand-Distanz: Allein die Wetterumstellung war schon eine Leistungsanforderung an die Pferde!

Die Ausfallquote war hoch (44% der Pferde kamen bei der 64 km Strecke nicht in die Wertung): 15 Pferde sind nach 64 km ins Ziel gekommen UND haben die Nachuntersuchung bestanden – von diesen Pferden hatte Shodan die 11. beste Zeit.
Gesamturteil beim Tierarzt in der Nachuntersuchung lautete: A
Und wie immer: Angekommen ist gewonnen!

Ganz stolz bin ich auf Shodans Leistung! Vor allem, wenn man direkt am folgenden Morgen von der Stallbesitzerin eine Nachricht erhält, wie fit Shodan dastehen würde! **DANKE

Shodan war mit seinen 17 Jahren das 2. älteste Pferd auf der 64 km Strecke, die in der Wertung blieben. Ein 3 Jahre älterer Wallach ist auf den 15. Platz gelaufen!

Eigentlich war Shodan bisher immer nach einem Distanzritt ab dem Folgetag deutlich verbessert im Vergleich zu der Zeit vor dem Ritt. Und trotzdem war ich wieder einmal erstaunt! … und stellte fest, dass ich mein Pferd immer noch unterschätze!
Die Beine klar (ich hatte schon bei dem ungewohnt tiefen Sand anderes befürchtet), die Muskulatur locker, die Augen strahlen und der Kerl steht da und fragt, was wir denn heute tun?
Selbstverständlich Pause 😉 … nur ein klein wenig spazieren gehen, wobei ich ihm im Schritt kaum folgen konnte!

Um den Ritt gemeinsam mit einer Freundin zu starten, hatten wir als Tempo ca. T5 geplant. Gemeinsam mit einem anderen Pferd läuft Shodan bedeutend gleichmäßiger und ruhiger als allein. So dachte ich ….. Bisher hat jeder Distanzritt neue Überaschungen gebracht 😉

Glücklicherweise hat die Mitreiterin mit ihrer Stute Shodan „optisch“ ausgebremst. Die ersten 25 km war Shodan „mehr als lauffreudig„: er wollte unbedingt schneller – deutlich schneller als ich es ihm vorgab! Erst nach 25 km beruhigte er sich ein wenig und war bis km 39 wenigstens ab und zu über den Sitz zu regulieren.  🙁

Einerseits wurde Shodan zwar ein wenig mitgezogen durch die mitreitende Stute, da er weniger durch die Gegend „spazieren“ schaute und fast keine Hüpf-Staun-Sprünge einlegte, aber in erster Linie wurde er durch die mitlaufende Stute gebremst!

Das hat mich komplett überrascht! Ich werde mir noch weitere Trainings-Möglichkeiten überlegen: z.B. deutlich häufiger in für uns beide fremdes Gelände fahren … oder mit anderen mitreiten, aber sich auf der Strecke trennen … oder wieder häufiger mit GPS reiten, um mein Bauchgefühl hinsichtlich der gleichmäßigen Geschwindigkeit zu überprüfen.

ups…. Was „pullen“ heißt, scheint eine Definitionsfrage zu sein. Ich scheine auf hohem Niveau zu jammern. Trotzdem: mein persönliches Ziel ist ein cooles und rittiges Pferd – auch oder gerade auf einem Distanzritt – und zwar in jedem Tempi und vor allem von Beginn an, möglichst direkt ab km 0 bis zum Ziel. So gilt es für mich und Shodan noch viel zu verbessern und zu erreichen.

Ich möchte weiterhin erst im niedrigen Tempo weiter die Streckenlänge steigern, bevor das Tempo erhöht wird.
Bestärkt in meinem Vorhaben fühle ich mich u.a. durch die Diskussionen auf der letzten VDD Frühjahrstagung: z.B. den Vortrag von Belinda Hitzler, die bis zu einer Streckenlänge von 100 km anregte eher in Richtung Tempo T6 zu denken als zu schnell zu reiten. Erst ab 100 km gehe es in Richtung Tempo-Steigerung.

Speed kills!
Gerade Shodan mit seiner Vorgeschichte, will ich auf keinen Fall über Tempo reiten. Geplant ist, ihn langsam auf immer längere Strecken vorzubereiten.

Tja – aber scheinbar sieht Shodan das ein wenig anders mit dem Tempo: Erstaunt bin ich immer noch über die Pulskontrolle bei der 2. Pause: Shodan läuft nach 39 km mit T4,8 in die Pulskontrolle und hat einen Puls von 56! Diese Werte hätte ich nie mit Shodan in Verbindung gebracht!  ( Bis zur Pulskontrolle waren es ca. 50 Meter Schritt – es war kein Reintraben. … Aber ich glaube es immer noch nicht!)

Dann eine weitere Überraschung: Shodan hat nicht getrunken! Nach dem Zieleinlauf pinkelte er erst einmal, um dann tatsächlich am Wasserbottich im Paddock zu saufen. Selbstverständlich war der identische Wasserbottich bei jedem Tross-Stop mit dabei – da hatte dieser Wasserbottich aber keinerlei Anreiz für Shodan gehabt. Unfassbar!
In den Pausen hat Shodan Gras gefressen. Natürlich ist im Gras auch Feuchtigkeit enthalten: aber bei diesem schwülen Wetter hat Shodans „Nicht-Saufen“ mich doch ein wenig unruhig werden lassen.

Das war unser erster Ritt mit einer Rentierfell-Unterlage. Ich bin begeistert! So locker war Shodans Rücken noch nie direkt nach dem Ritt als auch am Folgetag! Auch wenn Shodan für die Rücken- und Gurtlage bei vorherigen Ritten auch schon mit „A“ in der Tierarztkontrolle beurteilt wurde, ist ein deutlich positiver Effekt zu erkennen!

Daten zu Shodans Leistung
Start-Zeit: 08:12 Uhr
Ziel-Ankunft: 15:40 Uhr
Unterwegs waren wir insgesamt also 7:28 Std

1. Pause bei 25 km 30 Min
2. Pause bei 39 km 45 Min

7:28 Std abzüglich 1:15 Std Pause
=> ergeben eine reine Reitzeit von 6:13 Std

Folgende Durchschnittsgeschwindigkeiten ist Shodan auf den Teilabschnitten gelaufen:

12,14 km/h auf den ersten 17 km
12,00 km/h über 08 km ..=> 30 min Pause bei 25 km
13,77 km/h über 14 km ..=> 45 Pause bei 39 km (Puls 56)

In der 2. Pause hörte die bisherige Mitreiterin auf:
Für die ersten 39 km ergibt sich damit eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 12,5 km/h  – sprich Tempo T 4,8.

Es ging allein für Shodan weiter….
Geschwindigkeit 8,06 km/h auf den letzten 25 km (Tempo T 7,4)
In diesem Abschnitt war für mich wichtig, dass Shodan mental runter kommt, sich entspannt und locker läuft. Die Zeit war komplett nebensächlich.

Spannend für mich: nach dem schnellsten Teilstück (über 14 km zwischen km 25 und 39) ist Shodan mit den besten (Ein-)Pulswerten von allen bei ihm gemessenen Ankunfts-Pulsen in die Pulskontrolle gekommen: Ankunft mit 56 Puls!

Ab km 50 war Shodan dann endlich „mein“ Pferd: der Rücken fing an zu schwingen, die Tritte wurden federnd, ein kurzes brrr reichte um ihn langsamer zu machen. So stelle ich mir einen Geländeritt vor 😉

Weitere Trainingsziele:
Ruhiges kontrolliertes Tempo auf Distanzritten von ANFANG an! Mehr Basis-Gymnastizierung!
Die Sand Distanz eignet sich für schnelle Ritte, wenn ein Pferd nett und locker über den Rücken sicher fliegende Galoppwechsel springt. Mit einem solchen Pferd muss es eine Freude sein, die geschwungenen genial tollen Wege im lockeren Galopp zu gehen. Das wäre mal in Zukunft eines unserer Ziele! Aber erst schauen wir mal, wo die Grenze in der Streckenlänge liegt!

Shodan bei der 2. Sand Distanz: 08.06.2013

64 km: Pausenritt mit 2 Pausen
Reine Reitzeit 6 Std 13 Min
Geschwindigkeit: 10,29 km/h
Tempo: T 5,83

Videos vom Veranstalter sind bei YouTube zu finden:

Kurzversion: http://youtu.be/51NQHjCrUYo
Langversion: http://youtu.be/Iedq_QS5lVE