Paddockwiese Distanzritt * Reitenberg Distanz 2009

Distanzreiten …

… ja was ist denn das?
In Deutschland sind die Distanzreiter noch ein ziemlich kleines und fast unbekanntes Grüppchen. Selbst unter Reitern ist diese Disziplin nicht wirklich geläufig.

Nachdem in 2010 das deutsche Distanzteam bei den Weltreiterspielen in Kentucky die Bronze Medaille erritten hat, berichten immer mehr Pferdezeitungen von dieser Reitsport-Disziplin.
Trotzdem ist sogar unter Reitern das Distanzreiten nur wenig bekannt.

Worum geht es denn beim Endurance Riding?

Es gilt eine bestimmte Strecke auf dem Pferd in möglichst kurzer Zeit auf einem fitten und gesunden Pferd zu meistern. Erst nach dem Zieleinlauf entscheidet der Tierarzt, ob das Pferd noch fit zum weiterlaufen wäre, denn nur dann wird der Ritt auch in der Wertung gezählt.
Das Lauftier Pferd ist beim Distanzreiten in seinem Element:

Infos siehe VDD – Verein Deutscher Distanzreiter und – fahrer e.V.
Distanzritte (DR) oder auch Distanzfahrten (DF) finden über unterschiedliche Streckenlängen statt:

  • Einführungswettbewerbe (ER / EF) 25-40 km
    (Mindestalter des Pferdes 5 Jahre)
  • Kurze Distanzen (KDR / KDF) 41-60 km
    (Mindestalter des Pferdes 6 Jahre)
  • Mittlere Distanzen (MDR / MDF) 61-80 km
    (Mindestalter des Pferdes 6 Jahre)
  • Lange Distanzen (LDR / LDF) 81-160 km
    (Mindestalter des Pferdes 7 Jahre)

Bei den Weltreiterspielen haben die Distanz-Pferde die Strecke von 160 km unter die Hufe genommen. Zwischen den international startenden Spezialisten und dem Otto-Normal-Reiter liegen Welten. Genau wie in jeder anderen Sportdisziplin.

Faszination Distanzreiten

Die Faszination Distanzreiten ist bereits bei den kleinen Ritten spürbar. Distanzreiten erfüllt im Grunde genommen die Sehnsüchte, warum ein Großteil der Freizeitreiter ursprünglich überhaupt mit dem Reiten angefangen hat: gemeinsame Zeit mit dem Lebewesen Pferd verbringen, draußen in der Natur, auf unbekannten Wegen über mehrere Stunden die unterschiedlichen Gegebenheiten meistern, gemeinsam das Ziel suchen.

Damit am Ziel das Pferd noch munter und fit ist, gilt es den Partner Pferd mit Bedacht bereits im Training umfangreich vorzubereiten: neben der dressurlichen Grundausbildung, schadet auch der (Einsteiger) Springunterricht nicht, um Trittsicherheit und Koordination zu schulen. Ausdauertraining findet im Gelände nicht nur zu Beginn des Trainings viel im Schritt statt.

Der Reiter lernt SEIN Pferd wirklich in allen Situationen kennen: man wird ein Team!

Bei den Veranstaltungen treffen sich Gleichgesinnte. Die Pferde stehen immer im Mittelpunkt. Am Vortag angereist wird das Pferd dem Tierarzt zur Voruntersuchung vorgestellt und bekommt dann hoffentlich das OK und die Startnummer – auf den Po gemalt.

Die Startnummer gut lesbar direkt am Pferd erleichtert es den Streckenposten die Pferde beim Vorbei-Reiten zu erkennen.

Ist das Pferd versorgt, treffen sich die Reiter in gemütlicher Runde. Man klönt am Lagerfeuer und übernachtet neben seinem Pferd. Je nach Veranstaltungsrahmen auch viel luxeriöser – beim Distanzreiten ist alles möglich 😉

Diese tolle Athmosphäre, die vielen netten Reiter, die ich dort treffe und vor allem die Fachsimpelei über Sättel, Fütterung und Training und immer wieder über die einzelnen Pferde haben mich in den Bann gezogen.

Ganz wichtig für mich: meine weltbesten Trosser!
Beim ersten Ritt im Juli 2009 noch von meiner Mitreiterin und deren Tross „angelernt“, sind sie unverzichtbar für mich, um meine Nerven im Zaum zu halten, mir in jeder Pause alles abzunehmen …. schlicht und ergreifend: wieder das TEAM-Gefühl.

Tja – und ist dann das Ziel in Sicht, der Puls nach spätenstes 20 Minuten auf 64 oder weiter runter (beim Pferd! – je nach Aufregung bei mir, würde ich mit meinem Puls nicht immer in die Vorgaben kommen … *grins), das Pferd versorgt, je nach Anstrengung ggfs. der Rücken noch leicht massiert, aber auf jeden Fall gut warmgehalten – und nach weiteren 2 Stunden dann die Nachuntersuchung. Unwillkürlich halte ich immer noch den Atem an: warte auf die Ergebnisse des Tierarztes: beim OK – ist der Sieg perfekt!

Angekommen ist gewonnen! Egal auf welchen Platz man gekommen ist. Zumindest ist dies für mich auch noch in den nächsten Jahren das Ziel. Ich orientiere mich an der vorgegebenen Höchstzeit und verteidige noch gekonnt die hinteren Plätze 😉

Bevor Shodan und ich das Tempo steigern, werde ich erst einmal die Streckenlänge steigern. 2010 lief Shodan die 61 km, mal schauen, ob wir das in 2011 festigen und langsam erweitern können.

Ich bin gespannt, wieviel mir Shodan anbieten wird bzw, ob wir bei ihm eine Leistungsgrenze erreichen – ich befürchte aber, dass ich der leistungsbegrenzende Faktor bin  ….