Distanzreiten aus Trossersicht

Distanzreiten aus Trossersicht

Distanzreiten aus Trossersicht: Distanztrosser berichtet über die Distanzen beim Distanzritt im Herbst 2009: Distanzpferd, eigensinniger Distanzreiter, Distanzpferdedecke, Distanzpferd-Pulskontrollen, den Fahrten mit dem Distanztrossauto zu den Distanz-Kontrollpunkten und dem Distanz-Drumherum …. 😉 … das weltbeste Trosserteam war auch 2010 dabei und wird mich hoffentlich auch in 2011 begleiten: ich freue mich riesig! Distanzreiter bittet DistanztrossTEAM ganz doll drum!!!  … und nun viel Spaß beim LESEN!
Distanzreiten aus Trossersicht ….

Distanzreiten ist ein besonderer Sport.

Warum das Distanzreiten wohl das Wort Distanz im Namen trägt? Dabei geht es nicht nur für Pferd und Reiter um Distanzen: Beim Distanzritt werden Distanzen mit dem Auto durchmessen. Auch misst man Distanzen mit den eigenen Füßen durch, so ist es ja schon Usus dass der Distanzreiter den GP vergisst, wahrscheinlich nur um den Distanztrosser zu Distanzen zu verhelfen. Weitere Distanzen werden durch Herbeiholen der Distanzpferdedecke durchmessen. …

Anschließend jagt der Distanzreiter sein Distanzpferd über die erste Teilstrecke der Distanz, so dass der Distanztrosser arge Mühe hat, die Distanz zum Kontrollpunkt mit dem Auto zu durchmessen um den Distanzreiter und dessen Distanzpferd dort zu erreichen. Geschwind werden Wassereimer, Pulsmesser, Wasserflitsche, Wasserflaschen, Wasserkanister und Trinkwassereimer ausgepackt und vorbereitet.

Damit auch der Distanztrosser weiterhin zu seinen Distanzen kommt, schickt der Distanzreiter Ihn kurzerhand auf die Suche nach der verlorenen Distanzpferdedecke. Dankenswerter Weise muß der Distanztrosser diese Distanz nicht völlig durchmessen, da Ihm die Distanzpferdedecke von einem anderen Distanzreiter zu Distanzpferd mitgebracht wird, mit dem Kommentar : „… das wäre aber ein weiter Fußmarsch gewesen!Distanzen halt

Ebenso kostet es nun weitere Mühe an besagtem Kontrollpunkt, diesmal aber keine Distanzen, das geplagte Distanzpferd wieder auf einen Distanzpferd tauglichen Puls herunter zu kühlen.
Das sind dann schon eher Distanzen, die das Wasser am Pferd runterfließt.
Und schon sind Distanzreiter und Distanzpferd wieder auf Distanz. Auf der kurzen Distanz zwischen privatem Kühlpunkt und allgemeinen Kontrollpunkt verliert das Distanzpferd einige entspannte Pulspunkte, hat aber noch den erforderlichen Pulswert zum direkt weiterreiten.

Nun wach und durchwärmt, ach nebenbei sollen die abermilliarden Sterne nicht vergessen werden die, wenn auch in ziemlicher Distanz, in der Nacht zuvor über unserem Autodach den Himmel verschönerten, und ebenso soll der gefühlten abermilliarden Züge gedacht werden die Ihre Distanz hinter unserem Auto durchmaßen und dem Distanztrossautofahrer die Nacht verleideten.

Nun aber, wie gesagt gut wach und durchwärmt vom Distanzmarsch nach der Distanzpferdedecke, machen sich der Distanztrosser und, hier soll er auch endlich erwähnt werden, der heldenhafte Distanztrossfahrer, auf den Weg zum zweiten Distanztrosspunkt, den Vet-Check mit 30-minütiger Pause.

Beflissen suchen der Distanztrosser und sein Distanztrossfahrer einen Distanzpferd geeigneten Rastplatz auf dem Abreiteplatz des Reitvereins. Nebenbei bemerkt – soooo einen großen Abreitplatz hätte der kleine Distanztrosser gerne als Reitplatz zu Hause.
Ebenso beflissen schleppten Sie Flexeimer mit Heu, Luzerne, Kraftfuttereimer, Wasserkanister, Trinkwassereimer, Pulsmesser, Wasserflitsche, Wasserflaschen, zu dem Distanzpferdpausenplatz.

Kaum haben Sie das geschafft, reitet der Distanzreiter auf seinem Distanzross heran.

Der EinPuls wird genommen, die Pause beginnt für Distanzpferd und Distanzreiter.
Nicht so für den Distanztrosser. Er reicht dem Distanzreiter die Distanzpferdedecke für das Distanzpferd, der reicht dem Distanzpferd Wasser, er reicht dem Distanzpferd Heu, Luzerne und Kraftfutter. Er verziert das Wasser mit lockenden Äpfeln, er fordert den Distanzreiter auf zu trinken und eine Banane zu essen.
Er misst den Distanzpferd den Puls.
Nur schreitet der Distanzreiter mit seinem Distanzpferd zum Vet-Check mit Pulsen und vortraben.

Wieder keine Pause für den Distanztrosser, denn gespannt zitternd verfolgt er das Szenario. Schließlich hat das edle Distanzross das mit Äpfeln verzierte Wasser verschmäht und die Hautfalte, die Auskunft über die Flüssigkeitszufuhr gibt, wird auch bewertet und kann zum Ausschluß führen.

Aber es geht alles gut und das Distanzross darf noch einmal kurz verschnaufen, der Distanzreiter flitzt, zur Toilette, der Distanztrosser versucht weiter den Distanzpferd das Wasser zu reichen. Da kommt der Aufruf zum weiterreiten und schon sind Distanzreiter und Distanzpferd erneut auf der Strecke.

Distanztross und Distanztrossfahrer hingegen räumen flink die Flexeimer, die Wassereimer, Kraftfuttereimer, die Wasserkanister und sich selbst ins Distanztrossfahrzeug und sausen zum dritten Kontrollpunkt.

Hier erhoffen sich Distanztrosser und Distanztrossfahrer eine kleine Pause und einen Blick auf andere durchreitende Distanzpferde. Schnell und geübt werden Pulsmesser, Flitsche, Wasserflaschen, Wasserkanister, Flexeimer und Trinkwassereimer vorbereitet, auch ein Apfel ist wieder mit von der Partie. Zufrieden stellen Distanztrosser und Distanzfahrer Ihre distanztauglichen Pausenstühle auf und sinken darauf nieder.
Doch schon naht in der Ferne der Distanzreiter neben seinem Distanzross.
Schnellen Schrittes kommen Sie heran und wieder werden Pulswerte genommen und Wasser gereicht.
Die Mitstreiter des Distanzreiters müssen den Puls Ihrer Pferd erst sinken lassen, das Distanzross des Distanzreiters hat bei erreichen des Kontrollpunktes bereits einen Wert mit dem es direkt weitergehen dürfte.
Nur trinken will es immer noch nicht. (doofes Distanzross!)

Kaum sind die Mitstreiter des Distanzreiters mit Ihrem Pulswert bei den erlaubten 64 Schlägen geht es schon wieder voran.

Resigniert packen Distanztrosser und Distanzfahrer Stühle, Wassereimer, Kraftfuttereimer, Pulsmesser, Wasserflitsche und Wasserkanister zusammen und verstauen alles in Distanztrossfahrzeug.

Der Distanztrosser kommt den Bitten der Kontrollpunktleiter noch gerne nach, das restliche Wasser aus dem Kanister in die Eimer des Kontrollpunktes zu leeren, da dieser KP wenig Wasser hat.
Das ist, wie sich später herausstellen soll, ein Fehler.

Und schon sind auch der Distanztrosser, der Distanztrossfahrer und das brave Distanzfahrzeug wieder unterwegs. Diesmal gibt es keine Wegbeschreibung und der Distanztrosser und sein Distanztrossfahrer müssen das Distanzfahrzeug nach eigenem Gutdünken zum Start und Zielpunkt des Distanzrittes lenken.

Dieser liegt strategisch so, dass er nicht direkt mit einem Navigationsgerät angesteuert werden kann.
Und schon gerät das Distanzfahrzeug auf eine tückische Umgehungsstraße. Von hinten sehen Distanztrosser und Distanztrossfahrer die Taubenwohnheime des Taubenzuchtvereins der Start- und Zielpunkt des Distanzrittes ist.

Nur wenige Meter entfernt fahren Sie vorbei, aber ach… so tückisch ist der Weg auf der Umgehungsstraße. Es gibt nur ein auf, kein ab mehr.

Verzweifelt mault der Distanztrosser seinen Distanzfahrer an, genervt gibt der zurück er tue sein Bestes und da kommt auch schon der Anruf des Distanzreiters, er sei mit seinem Distanzross im Ziel, da stünde er nun ohne Distanztross, und da sie ins Ziel getrabt seien wäre der Puls sicher hoch und das Distanzross bedürfe der Kühlung.

Der Distanztrosser dreht durch, der Distanztrossfahrer bleibt cool und bringt seinen Distanztrosser trotz aller Widernisse zum Distanzreiter und Distanzpferd.
Jetzt geht es um Sekunden und schon spurtet der Distanztrosser zum Wasserschlauch und füllt den Flexeimer unter Einsatz seiner bisher noch trocken Kleidung mit Wasser an. Hurtig schmeißt er alles Nötige in den Flexeimer. Und sprintet mit dem schwappenden, schweren Gerät zu Distanzreiter und Distanzpferd.
Entsetzt stellt er dort fest das er den Pulsmesser im Wasser versenkt hat. Erschrocken kreuzen sich die Blicke von Distanzreiter und Distanztrosser – egal, der Puls wird gemessen, und ein Stein fällt von Herzen des Distanztrossers, das Pulsmessgerät misst, trotz Wasserbad, noch den Puls.

Der Puls des ins Ziel getrabten Distanzpferdes liegt über den gefordertem Puls von 64, so das der Distanztrosser nun noch mal kühlt und misst, und kühlt und misst.
Zwischendurch misst er noch den Puls der Mitstreiter des Distanzreiters, die Pulse beider Pferde sind mit 88 und 80 jedoch viel zu hoch. Sie kommen schließlich auch nicht durch die Endkontrolle.
Endlich ist auch das Distanzpferd mit seinem Puls in der geforderten Höhe und der Distanzreiter durchschreitet mit seinem Distanzpferd den Zielkontrollpunkt.

Der Distanztrosser sammelt Pulsmesser, Flitsche, Flexeimer und Wasserkanister zusammen und durchschreitet auch das Ziel, dennoch ist er noch lange nicht fertig, den vor Ihm steht, wie auch vor den Distanzreiter und seinem Distanzpferd noch die Nachuntersuchung, die zwei Stunden nach Zieleinlauf erfolgt. Erst wenn die erfolgreich bestanden ist hat das Distanzpferd den Distanzritt erfolgreich beendet

Abgetrenst und abgesattelt steht das Distanzpferd mit einer leichten Decke in seinem Paddock. Müde sieht es aus. Und trinken will es immer noch nichts. Vor Ihm stehen Luzern und Heu. Auch die verschmäht es. Es scharrt am Boden. Distanzreiter und Distanztrosser machen sich Sorgen. Trinken muß das Distanzpferd, weniger wegen der Hautfalte, als wegen seiner eigenen Gesundheit.

Plötzlich spitzt das Distanzpferd die Lippen und beginnt zu fressen.
Zunächst langsam, dann immer zügiger. Der Distanzreiter atmet auf. Das sei das normale Fresstempo des Distanzpferdes, nun sei alles gut, das lange Gras habe ja auch viel Wasser.
Distanzreiter und Distanztrosser richten sich mit Stühlen neben dem fressenden Distanzpferd häuslich ein, der Distanztrossfahrer hat selbiges schon längst getan und geniest ein wenig Ruhe.

Nachdem es genügend Gras gefressen has verweigert das Distanzpferd nicht länger mehr das vom Distanztrosser angebotene Wasser, und säuft! Ein weiterer Stein fällt von Herzen des Distanzreiters und des Distanztrossers. Schnell werden die Vorderbeine des Distanzpferdes noch mit Wasser gekühlt.

Nicht lange dauert es und schon sind die zwei Stunden bis zur Nachkontrolle fast um. Der Distanzreiter putzt nochmal über sein Distanzpferd, richtet die Decke, legt ein Knotenhalfter an und alsbald gehen Distanzreiter, Distanzpferd, Distanztrossfahrer und Distanztrosser zur Nachuntersuchung.

Hier ist viel los, zwei Tierärzte untersuchen: Distanzreiter und sein Distanzpferd warten ein paar Minuten auf die Nachuntersuchung.

Die Tierärztin misst Puls, schaut sich die Schleimhäute an, fühlt die Sehnen ab, nimmt die Hautfalte, tastet mehrmals den Rücken ab und erst als der Distanzreiter erklärt das das Distanzpferd beim Toben auf der Wiese vor einiger Zeit von einem anderen Pferd die Hufe übers Kreuz gezogen bekommen hat, ist sie zufrieden mit der Muskelspannung.
Sie diktiert Ihre Bewertungen Ihrer Helferin und läßt den Distanzreiter das Distanzpferd vortraben.
Auch damit ist sie zufrieden und endlich hat das Distanzpferd den Distanzritt über – und bestanden.

Distanzreiter, Distanztrossfahrer und Distanztrosser freuen sich und liegen sich in den Armen. Ob das Distanzpferd sich freut weiß keiner.
Es darf jedenfalls in seinen Paddock zurück wo es jetzt das angebotene Heu, die Luzerne und das Wasser geniest und döst.

Distanzreiter, Distanztrossfahrer und Distanztrosser gönnen sich nun endlich auch ein wenig Pause und etwas zu essen. Anschließend warten sie gespannt auf die Siegerehrung.
Distanzreiter und Distanzpferd sind in der Wertung, bekommen eine schicke Plakette und dürfen nach Hause fahren.
Der Distanztrosser kühlt auf Bitten des Distanzreiters hin die Beine des Distanzpfede noch mal mit Wasser, der Distanztrossfahrer hilft dem Distanzreiter den Paddock abzubauen und die Stangen zu verstauen. Der Distanztrosser hält sich derweil am Distanzpferd fest, welches nun wieder vergnügt grast.

Distanztrossfahrer und Distanztrosser packen Ihre Sachen, Einiges wird auch zwischen den Distanzfahrzeugen noch hin und hergeräumt und nun muß nur noch das Distanzross in den Hänger.
Eigen wie der Distanzreiter nun mal ist, hat er kein Hängertraining betrieben seit dem letzen Ritt, wo das Distanzpferd genüsslich mit einen Huf auf der Rampe festfror. Drum drückt der Distanzreiter dem Distanztrosser, mit den Worten: “ Du bist unbelastet“ den Führstrick in die Hand und schickt beide in Richtung Hänger.
Dem Distanztrosser fällt das Herz in die Hose, wieder ist er es der mit den Distanzpferd auf der Rampe verhungern wird. Nein! Diesmal nicht, diesmal geht das ver… Distanzpferd gefälligst sofort, auf Anhieb, Pronto in den Hänger! Basta.

Mit starrem Blick nach vorne, quasi durch den Hänger durch ins Weite, eingedenk der Worte des Tierarztes beim Vet-Check vortraben zu einer Teilnehmerin „guck nach vorn und lauf los!“ marschiert der Distanztrosser los. Kurz stockt das Distanzpferd, der Wille des Distanztrossers wird auf eine harte Probe gestellt und wächst ins Unermessliche. Von hinten kommt der Distanzreiter mit energischem „auf, auf, auf“ und das Distanzpferd steigt flüssig in den Hänger.

Distanzreiter, Distanztrossfahrer und Distanztrosser verabschieden sich voneinander, und vom Distanzpferd und jeder fährt in seine Richtung ca. 230-240km nach Hause.
Distanzreiten ist ein besonderer Sport.