Shodan schüttelt sich * Platzhalter Foto

17. Herbstlaub Distanz 2009

Diesmal war es die Startnummer 35. Zumindest versuchte ich etwas ruhiger zu sein, denn nun ahnten wir zumindest beide was auf uns zukommen könnte.

17. Herbstlaub Distanz: 19.09.2009
41 km: Reitzeit 3 Std 31 Min
Geschwindigkeit: 11,66 km/h
Tempo: T 5,15

Distanzritt: 41 km – Herbstlaubdistanz in Bürstadt

Genau auf den Tag 2 Monate nach dem Ersten Distanzritt war ich wieder unterwegs: Diesmal ging es nach Bürstadt zur Herbstlaubdistanz.

Beim ersten Ritt im Juli war ich damals so nervös, dass ich weder vom Ritt noch von der Gegend wirklich was mitbekommen hatte. Was mich aber nach dem Ritt fasziniert hatte: Shodan ging es nach dem Ritt einfach nur prächtig: Keine Spur von Problemen, wie ich es in der Vergangenheit so häufig erlebt hatte. Er war locker und lauffreudig und seine Psyche war sehr viel ausgeglichener. Irgendwie ging nun plötzlich alles wie von selbst: Auf dem Platz klappten plötzlich Bahnfiguren, Shodan war viel leichter vorwärts abwärts bzw. an den Zügel zu reiten, im Gelände suchte er sich keine Gelegenheit mehr um sich zu „erschrecken“. Sollte ich tatsächlich ein Reitpferd bekommen?

Der Zweite Distanzritt für Shodan: 19. September 2009

… uns hatte es scheinbar gepackt: Nachdem mein Bauchgefühl nun die Bestätigung hatte, das Shodan so fit ist, das ein kurzer Ritt ihn nicht überlastet, suchte ich nach Ausschreibungen. Über Bürstadt hatte ich tolle Berichte gelesen und es liegt an der A5 – also aus dem Süden noch erreichbar.

Die nächste Herausforderung für Shodan sollte es sein. Shodan ist nur harte Böden gewöhnt. Erst ganz langsam beginne ich ihn auch an etwas Sandböden zu gewöhnen. Es gab Zeiten, da war ein – wahrlich nicht tiefer Außenreitplatz – zu schwer für ihn zum Laufen.

Bürstadt hat Naturböden und leichte Sandböden: Die Sandwege wurden von Reitern als nicht tief und damit auch für Pferde, die keine Sandböden kennen geeignet, beschrieben. Da jeder immer andere Vorstellungen hat, hoffte ich, das es für Shodan vielleicht gerade so gehen könnte. Ich wollte einen deutlichen Trainingsreiz auf ungewohntem Boden setzen, Shodan bzw. seine Sehnen aber selbstverständlich nicht überanstrengen.

Da ich diesmal ohne Mitreiter war, bestand die Hauptaufgabe darin, im fremden Gelände ein gleichmäßiges Tempo anzustreben. Da die Strecke absolut flach ist, wollte ich einen Hauch schneller reiten als im Juli.

Herbstlaubdistanz: 19. September 2009

An einem Freitag fast 300 km über die A5 zu fahren gestaltet sich doch häufig als nervenaufreibend. Natürlich standen wir im Stau, da ich aber genügend Zeit eingeplant hatte, kamen wir als eine der ersten in Bürstadt auf dem Gelände an. Meine tollen Trosser waren bereits vor Ort und hatten mich an der Autobahn-Abfahrt „abgeholt“ und geleiteten mich zum Gelände.

Der Veranstalter begrüßte uns, winkte uns ein und steckte für Shodan den Paddock ab. In aller Ruhe bauten wir den Paddock, Silke lies Shodan in der Zeit grasen. Das wir bei diesem Ritt auch noch die „Zugfestigkeit“ bei Shodan trainieren, war mir im Vorfeld nicht klar 😉 … Direkt an einer ICE-Trasse gelegen fand Shodan die Welt aber völlig normal und zuckte noch nicht einmal bei vorbei“fliegenden“ Zügen. Ich stelle immer wieder fest, das ich meinem Pferd viel zu wenig zutraue.

Nachdem sich Shodan die Beine vertreten hatte, Gras und auch ein wenig Heu gefressen hatte und auch getrunken hatte war diesmal die Voruntersuchung kein Problem. Zwar kann ich ein gewisses Kribbeln in der Magengegend nicht verleugnen, aber im Grunde genommen war ich ruhig und auch sehr sicher, das Shodan keine Probleme hat.

Dann gingen wir erst einmal zum Essen ins Vereinsheim. Dort traf man sich dann auch am Abend zur Vorbesprechung. Eine unglaublich nette Vorbesprechung folgte: 2 Stunden wurden die Strecke vorgestellt, was erwartet einen wo und an welchen Stellen gibt es tatsächlich mal tieferen Sand. Nach einer solchen Vorbesprechung war sogar ich mir sicher, dass ich die Strecke finden würde 😉

Wer als Einsteiger einen Distanzritt erleben möchte, der sollte unbedingt nach Bürstadt kommen. Man fühlt sich rundum gut betreut. Der Veranstalter ist unglaublich rege und bringt darüber hinaus eine so langjährige Erfahrung mit (Herbstlaubdistanz geht in 2009 in die 17. Runde !), das man sich nur heimisch fühlen kann. Alle Helfer waren klasse, engagierte Tierärzte, die Mitglieder des Taubenzuchtvereins, die die Verpflegung in ihrem Vereinsheim übernommen haben, interessiert und freundlich. Das Wochenende machte einfach nur Spaß!

Einzeln oder als Gruppe mit bis zu 3 Reitern starteten die Teilnehmer am Samstag morgen auf die Strecke. Und wieder einmal hatte Shodan mit der Unzulänglichkeit seiner Reiterin zu kämpfen. Lt. Ausschreibung musste jeder Teilnehmer eine Decke mit am Sattel führen. Daran hatte ich nicht mehr gedacht. Der aktuelle Sattel hat keine Ösen und so versuchten wir etwas unkonventionell eine Decke zu befestigen.
Natürlich klappte das nicht wirklich und schon nach wenigen km löste sich die Decke. Ich versuchte noch die Decke vom Sattel aus aufzufalten um mich dann einfach draufzusetzen. Das ging noch eine kurze Strecke gut, aber nach dem ersten Galopp flatterte dann alles im Wind.

Auf der tollen Galoppstrecke musste ich also durchparieren und erst einmal absteigen. Unglaublich nette Mitreiter kamen langsam näher und alle fragten, ob alles ok wäre. Shodan blieb auch erstaunlich ruhig, obwohl er doch etlichen Pferden beim davongaloppieren zusah.
Irgendwann hatte ich die Decke dann vor dem Sattel recht gut verstaut und weiter ging es.

Tja – zu diesem Zeitpunkt war es dann vorbei mit dem gleichmäßigen Tempo. Shodan nutze die tolle Strecke zu einem sehr ausgiebigen Galopp, den ich nicht wirklich ruhiger bekam. Nach unserem bisher eher bescheidenen Training, war das dann doch für seine Verhältnisse über seinem Tempo, aber er ging munter und locker auch weiterhin voran – also blieb ich im Galopp um diese tolle Allee und Shodans Lauffreude zu nutzen.

So kamen wir durch den Kontrollpunkt, den wir aber erst nach einer kleinen Schleife als Pulskontrolle zu durchlaufen hatten. Kurz vorher (?) war scheinbar die Decke schon wieder eigene Wege gegangen. Ich hatte es tatsächlich nicht bemerkt und war plötzlich ohne Decke unterwegs. Da meine Trosser noch nicht am Kontrollpunkt eingetroffen waren, telefonierte ich schnell, um Silke zu bitten nach meiner Decke Ausschau zu halten.

Auf der Schleife konnte ich mich 3 netten Mitreitern anschliessen, Shodan wurde etwas ruhiger und lief fast schon erleichtert hinterher. Um allein in fremder Umgebung ein gleichmäßiges Tempo zu halten, brauchen wir Zwei noch deutlich mehr Training. Mit Begleitung klappte die Schleife jedoch hervorragend, Shodan beruhigte sich immer mehr, die Pulskontrolle kam näher.

*ups – ich hatte die Decke wohl schon recht früh verloren. Eine Mitreiterin hatte die Decke jedoch eingesammelt und kam Silke mit Decke entgegen, als diese vom Kontrollpunkt rückwärts sich zu Fuß auf die Strecke machte. DANKE!

Die erste Pulskontrolle war also erreicht. Diesmal fingen mich Silke und Achim vor der Unterführung ab, so dass wir vorher die Pulswerte von Shodan testen konnten. Nach sehr ungleichmäßigem Tempo auf den ersten 17 km war Shodan etwas hoch im Puls. Leider wollte Shodan – anders wie in Reitenberg – diesmal nichts trinken. Die Pulswerte fielen dennoch sehr zügig, so dass Shodan in die Pulskontrolle geführt keine Probleme hatte und unter 64 war. Es ging also direkt weiter.

Zum VetGate war es diesmal nicht weit. Kurz vor dem VetGate traf ich auf 2 Isi-Reiter, die ihre beiden Ponys führten. Ich schloss mich beiden an und wir unterhielten uns super nett. In der Pause trank Shodan dann immer noch nichts. Der Hautfaltentest war für Shodan schon auffallend. Der Tierarzt meinte, es wäre aber gerade noch eine 1, das wäre noch nicht ganz so auffällig. Ich machte mir aber schon so meine Gedanken. Ansonsten war Shodan bei der Tierarztkontrolle einfach nur toll. Mitten im Trubel konnte ich ihn toll vortraben, alles war prima. Ich suchte die Toilette und dann ging es eigentlich auch schon weiter.

Wie geht das eigentlich ohne Tross? Unglaublich! Silke und Achim haben mir soooo viel geholfen. Shodan war immer in guten Händen, ich konnte auch mal zur Toilette gehen bzw. selber was trinken. Shodan wurde immer alles mundgerecht hingestellt – einfach eine perfekte Rundum-Betreuung.

Nachdem ich erst einmal allein auf die Strecke gegangen war, dann aber am Ziegengehege mein Pferd nicht wirklich von einer guten und heilen Welt überzeugen konnte … schlossen von hinten die beiden Isi-Reiter wieder auf. Gemeinsam mit anderen Pferden war auch mein Pferd wieder „nervenstark“ und ging brav an allen Monstern vorbei.
Bis zum Ziel blieben wir nun eine Dreier-Gruppe. Vor der nächsten Pulskontrolle führten wir ein gutes Stück, da die Isländer, bereits im Winterfell doch ein etwas hohen Puls in der Kontrolle davor hatten. Bei der nächsten Pulskontrolle verweigerte Shodan das Wasser immer noch. So langsam wurde ich dann doch unruhig.

Bis zum Ziel war es ein gemütlicher Ausritt in wirklich sehr netter Gesellschaft, wobei die beiden Isis aber einen recht zügigen Trab anschlugen. Diesmal trabten wir sogar ins Ziel 😉 … und …. *ups meine beiden tollen Trosser waren nicht da! Ein Anruf zeigte, der Weg vom letzten Trossplatz bis zum Start / Ziel war nicht perfekt beschrieben und die Beiden hatten sich verfahren, waren aber im Anflug.
Silke kam dann wirklich im Tiefflug gehetzt – aber noch absolut rechtzeitig. Wir kontrollierten den Puls und ohne Probleme ging ich dann innerhalb der 20 Minuten zum Nachmessen.
Puls 48 war erreicht! Rittzeit: 211 Minuten und damit Tempo: 5,15

Bis zur Nachuntersuchung

… trank Shodan immer noch nichts. Jetzt war nicht nur ich unruhig, sondern Shodan auch ein wenig. Also gingen wir nochmals grasen, zwar suchte ich eine Stelle mit Sand, wo er sich gegenfalls wälzen könnte, aber eine ruhige Stelle, an der er sich hingelegt hätte fand ich nicht. Über das Gras kam dann ja doch Feuchtigkeit rein … aber warum wollte der Kerl nicht trinken?

Beim Warten auf die Nachuntersuchung reihte ich mich hinter den 3 Reitern ein, denen ich mich auf der Schleife vor der ersten Pulskontrolle anschliessen durfte. Wieder ein nettes Gespräch über Hufe und allerlei andere Dinge. Bei der Nachuntersuchung wurde diesmal sehr genau geschaut: Shodan hat eine alte Narbe quer über den Rücken (direkt an der Stelle wo der Sattel aufhört), die er von einem Weidekumpel beim Toben eingesteckt hatte. Die Narbe hat sich die Tierärztin genauer angeschaut und getastet. Als ich sah, wo sie tasteste erzählte ich von der Weide“verletzung“. Die Tierärtzin hatte währenddessen die Narbe etwas freigelegt und auch als „alte Geschichte“ identifiziert. Nach nochmaligen Kontrolle des Rückens dann das ok. Und dann kam wieder die Frage: Ist da Quarter drin? Die Hinterhand wäre für Tersker * AV doch zu ungewöhnlich, das könne doch gar nicht sein 😉

Silke bemühte sich immer weiter um Shodan und endlich begann er ordentlich zu saufen. Beim nächsten Ritt werde ich also doch Wasser von zu Hause mitbringen. Nachdem ich mir im Vorfeld von Reitenberg sehr viele Gedanken um das Saufen von Shodan gemacht hatte, er dort aber vorbildlich getrunken hat, war ich in Bürstadt überrascht.

Siegerehrung

Um 17 Uhr dann die Siegerehrung. Wow – die Zeiten auf den vorderen Plätzen sind für mich unerreichbar und (noch) unvorstellbar. Wahrscheinlich genauso unvorstellbar für die anderen meine Freude über den erneuten Platz 13 in der Wertung!

Nach dem Ritt

Für Shodan war der Sandboden ungewohnt und anstrengend. Sicherheitshalber haben wir Shodans Beine immer wieder gekühlt, wahrscheinlich war das jedoch wieder zu übervorsichtig von mir. Die Heimfahrt war dann leider aufgrund einer Sperrung der A5 richtig anstrengend und dauerte lange. Aber knapp vor Mitternacht stieg Shodan dann endlich aus dem Hänger: voller Lebensfreude drehte er noch eine Trabrunde auf dem Außenplatz, wälzte sich genüßlich und lief dann zum Offenstall zu seinem Kumpel.

Am nächsten Tag war ich begeistert: komplett trockene, klare und dünne Beine! Wir gingen in den nächsten Tagen nur ein wenig spazieren bzw. am Dienstag longierte ich nur kurz. Seitdem ist Shodan wieder ein Stückchen besser geworden beim Reiten.

Ausblick

Mitte Oktober (2009) ging es dann noch zum Lehrgang nach Meissenheim:
Gymnastizierung im Gelände!

Das 4. mal war Shodan nun in Meissenheim dabei und eindeutig war
eine deutliche Verbesserung zu sehen. Ein DANKE auch an Andrea Hassel
(Pferdewirtschaftsmeisterin und Trainer C Distanzreiten), die dort
die Kurse organisiert und leitet, und mich und Shodan einen großen
Schritt weitergebracht hat.

Rückblick

Rückblickend aus 2013: Ohne den Einstieg in die kurze Strecke, die für mich damals die Unendlichkeit und eine kaum vorstellbare Streckenlänge war 😉
(wohlgemerkt 40 km ;-)) … hätte ich Shodan nie in Bewegung gebracht.

Ab 2010 war es in meinem Bewusstsein angekommen, dass mein Pferd
sich tatsächlich – ohne gesundheitliche Einschränkungen! – bewegen
kann.

im Mai 2013 war ich mit Shodan zum 10. Mal bei den Trainingstagen in Meissenheim: Fit for Run!
Mittlerweile hat Shodan dort schon den Titel „Onkel Shodan“ erhalten: er zeigt den Nachwuchspferden das Wasser oder andere „gefährlich“ anmutenden Monster – wenn es nötig ist!

Ich bin mächtig stolz auf dieses tolle Pferd! 2013 schaue ich, was wir in den letzten 2 Jahren zu Hause im Training verbessert haben. 2013 plane ich weitere Distanzritte!

Berichte folgen:
siehe Blog-Einträge: Distanz-Ritte in der Wertung